
Vom 1. bis zum 3. März finden drei Tage lang auf Veranstaltungsplätzen der Dörfer im ganzen Land Feste zum Jeongwol Daeboreum statt. In Seoul haben die Bezirke Geumcheon-gu und Nowon-gu, außerhalb der Hauptstadtregion Incheon und der Daegur Bezirk Dalseo-gu jeweils Veranstaltungen vorbereitet, in Daejeon wird an 46 Orten gleichzeitig gefeiert. Anders als bei der Art, die Menschen auf einer großen Bühne zusammenzuführen, verteilen sich die Feste auf Brachflächen im Viertel und auf Flussufer.
Der auffälligste Programmpunkt ist das Daljip-Verbrennen. Zündet man den Haufen an, bei dem frische Kiefernzweige und Bambus kegelförmig aufgestellt und zusammengebunden sind, brennen zuerst die trockenen Nadeln, beißender Rauch steigt auf, und nacheinander knallen die im Inneren eingeschlossenen Bambusglieder. Dass dieses Knallen die bösen Geister vertreibt, war die alte Rechnung dieses Brauchs.
Tagsüber wird dazu ein Fest mit traditionellen Spielen aufgebaut. Bei Disziplinen wie dem Auflegen des Yut-Bretts, dem Jegi-Treten und dem Neol-Springen sind die Geräte so einfach, dass auch ein Kind, das sie zum ersten Mal in die Hand nimmt, sie in wenigen Minuten beherrscht. Dass die Dinge, die man dabei in die Hand bekommt, aus Holz, Stroh und Stoff sind, ist ebenfalls eine Erfahrung, die sich nur bei solchen Veranstaltungen machen lässt.
Betrachtet man den Weg, auf dem die jahreszeitlichen Bräuche bis heute erhalten geblieben sind, findet sich ein interessanter Punkt. Daeboreum war ein an den bäuerlichen Kalender gebundener Termin, deshalb hätte das Fest in den Städten, in denen die Felder verschwunden sind, längst seinen Anlass verlieren müssen. Dass in dicht besiedelten Wohngebieten wie Geumcheon und Nowon dennoch Jahr für Jahr gefeiert wird, dürfte daran liegen, dass der Wunsch nach einer guten Ernte in eine Zeit übergegangen ist, in der man die Gesichter der Nachbarn kennenlernt.
Die Art, wie Daejeon das Fest auf 46 Orte aufteilt, zeigt diesen Wandel deutlich. Es bedeutet, dass eine Stadt sich dafür entschieden hat, in jedem Viertel ein kleines Feuer zu entzünden, statt sich an einem Ort zu versammeln. Dazu kommt der Umstand, dass Alte und Kinder nur dann gemeinsam herauskommen, wenn die Veranstaltung in Gehweite liegt.
Die Spannung zwischen Bewahrung und Nutzung begleitet solche Veranstaltungen immer. Bei Spielen, in denen Feuer entzündet wird, werden Umfang und Dauer wegen der Luftqualität und der Waldbrandgefahr jedes Jahr angepasst, dabei fallen mitunter Abläufe weg, die der ursprünglichen Form nahekommen. Ersetzt man es aber durch ein Daeboreum ohne Feuer, verschwindet der Weg, am eigenen Leib zu lernen, was dieser Brauch einmal war. Es ist ein Streit, den keine der beiden Seiten leicht gewinnen kann.
Wer hingehen will, prüft am besten die Ankündigungen des eigenen Stadtbezirks oder Ortsteils. Denn auch innerhalb derselben drei Tage sind Beginn und Ablauf je nach Region unterschiedlich angesetzt. Da ein Programmpunkt mit Feuer dazugehört, ist es sicher, den Hinweisen vor Ort zu folgen und aus einiger Entfernung zuzusehen.
Das Feuer des Daeboreum sinkt in einer Stunde in sich zusammen, am nächsten Tag bleibt nur Asche. Dass die Leute im Viertel für diese kurze Zeit schon Tage vorher Kiefernzweige sammeln und Holz aufstellen, kommt dem Wesen dieses Brauchs nahe. Für die ersten drei Tage im März sei ein Gang zu der Brachfläche empfohlen, die dem eigenen Zuhause am nächsten liegt.
Veranstaltungsinformationen
Termin: Sonntag, 1. März, bis Dienstag, 3. März 2026
Ort: Geumcheon-gu und Nowon-gu in Seoul, Incheon, 46 Orte in Daejeon, Dalseo-gu in Daegu und weitere Dörfer im ganzen Land
Hauptprogramm: Daljip-Verbrennen, Fest mit traditionellen Spielen
