
Ein weißer Roboterarm steht auf einem zylindrischen Sockel und senkt den Kopf nach vorn. Jedes Gelenk trägt eine glatte Lackierung, unterhalb des Handgelenks hängen ein geriffelter Kabelschlauch und ein schwarzes Kabel herab. Nur das daran befestigte Gerät am Ende ist schwarz und rau, es fällt im Widerspruch zum Weiß des Körpers ins Auge.
Der Hintergrund ist dunkel. In der großen Glaswand spiegelt sich verschwommen der Innenraum der Stadt, ein rotes Licht verläuft in der Reflexion. Über die Glaspaneele rund um den Sockel zieht sich dünn eine regenbogenfarbene Interferenz. An Beleuchtung und Verarbeitung liest man sofort ab, dass dies kein Fabrikboden ist, sondern eine Bühne, die jemand zum Ansehen hergerichtet hat.
Der Ort, an dem dieser Arm ursprünglich lebte, war ein Raum ohne Fenster. Es ist ein Körper, der den ganzen Tag dieselbe Bahn wiederholt und so ausgelegt ist, dass er anhält, wenn ein Mensch davorsteht. Kommt ein solcher Körper auf die Vitrine, bleibt die Funktion dieselbe und das Publikum wechselt.
Der Moment, in dem die Automatisierung aus dem Inneren der Industrie nach außen tritt, sieht meistens so aus. Eine Maschine, die aufgehört hat, eine Dinge herstellende Maschine zu sein, und für die Menschen aufgestellt ist, die die Maschine ansehen. Die weiße Lackierung und die weichen Kurven sind eher ein Kleid, um diesen Blick auszuhalten.
Der Boden unter dem Sockel ist glatt geschliffenes Grau, und überall dort, wo das Licht auftrifft, entsteht ein flacher Glanz wie Wasserschuppen. Von den in Fabriken üblichen Antirutschstreifen oder gelben Sicherheitslinien ist nirgends eine Spur zu sehen. Der Boden sagt damit, dass er niemanden abhalten will, und doch ist dieser Arm weiterhin ein Körper, der so gebaut ist, dass er anhält, wenn ein Mensch näher kommt. Auf einer Oberfläche, die man betreten darf, steht eine Maschine, die voraussetzt, dass niemand sie betritt.
Sieht man erneut auf das Foto, tut der Arm nichts. Er ist nur in der Haltung erstarrt, kurz bevor er etwas greift. Ob dieser gesenkte Winkel die Inszenierung der Ausstellung ist oder eine in der Fabrik angenommene Gewohnheit, lässt sich schwer unterscheiden.
