
Während der gesamten Seollal-Feiertage öffnen vier Paläste in Seoul und die Königsgräber der Joseon-Dynastie ohne Eintritt. Gyeongbokgung, Changdeokgung, Changgyeonggung und Deoksugung sind alle einbezogen, auch die Königsgräber werden geöffnet. Im Gyeongbokgung werden 6.000 Exemplare des Sehwa verteilt, eines Bildes, das im neuen Jahr Unheil abwehren soll, dazu laufen auch traditionelle Erlebnisprogramme.
Sehwa sind Bilder, die man am ersten Tag des Jahres anbrachte. Am Hof der Joseon-Dynastie wurden zum Neujahr Bilder gemalt und den Beamten verliehen, und diese Bilder klebten an Toren und Zimmertüren und bewachten zwölf Monate lang die Türpfosten. Das Papier war dünn, die Farbe rot und kräftig, und wenn sie nach der sommerlichen Regenzeit verblasste, wurde im Jahr darauf ein neues Blatt angebracht. Weil es ein Verbrauchsgegenstand war, der jedes Jahr ausgewechselt wurde, sind bis heute nur wenige erhalten.
Die diesmal verteilten 6.000 Exemplare gehen an die Besucher des Gyeongbokgung. Da die Menge festgelegt ist, dürfte sich der Andrang auf den Beginn der Feiertage konzentrieren. Zusammen mit den traditionellen Erlebnisprogrammen wird der Rundgang durch den Palast zu einer Zeit, in der man in Vergessenheit geratene Jahreszeitenbräuche mit den Händen erfährt.
Der Grund, die Paläste an Feiertagen zu öffnen, liegt nicht allein in der Besucherzahl. Seollal war ursprünglich ein Fest, das im Haus begangen wurde, und mit dem Wachstum der Städte verbringen Menschen ohne rechtes Ziel einige Tage der Feiertage in der Innenstadt. Im winterlichen Palast fehlt das Laub, sodass die Umrisse der Hallen und die Linien der Dachziegel offen zutage treten, und der Geruch von trockener Erde und Kiefern liegt tief über dem Hof. Wenn Menschen ein und aus gehen, wirkt der Palast seiner ursprünglichen Bestimmung näher, als wenn er leer steht.

Je weiter geöffnet wird, desto größer wird auch der Anteil, den man tragen muss. Die Steinplatten sind über lange Zeit betreten worden und an den Kanten rund, und die Böden der hölzernen Hallen sind empfindlich gegen Schuhe und Staub. Die kostenlose Öffnung ist eine Entscheidung, den Palast als Raum der Bürger zurückzugeben, und für die Verwaltung zugleich eine Entscheidung, einen weiteren Tag Abnutzung hinzuzufügen. Sie liest sich als Wahl, beides zusammen zu tragen.
Eintritt wird weder in den Palästen noch an den Königsgräbern erhoben. Die Sehwa sind auf 6.000 Exemplare begrenzt, deshalb geht man besser früh hin. Auf den Höfen der winterlichen Paläste bleibt der Schatten lange stehen, und der Wind ist kalt.
Auch ohne ein Tor zum Bekleben lässt sich ein Blatt Sehwa gefaltet mitnehmen. Das Papier ist dünn und das Rot wird nach einem Jahr verblassen, und dieses Verblassen war von Anfang an der Zweck des Bildes. Wer an den Feiertagen einen halben Tag frei hat, dem sei ein Gang Richtung Gwanghwamun empfohlen.
Informationen zur Veranstaltung
Zeit: Während der Seollal-Feiertage
Ort: Gyeongbokgung, Changdeokgung, Changgyeonggung, Deoksugung, Königsgräber der Joseon-Dynastie
Eintritt: durchgehend frei
Programm: Verteilung von 6.000 Sehwa-Exemplaren im Gyeongbokgung, traditionelle Erlebnisprogramme
