
Die Personalliste des Büros ähnelt der des Vorjahres. Auch die Anordnung der Schreibtische und die Namen der Teams sind unverändert. Anders ist allein, dass die zwei, drei Berufsanfänger, die jedes Frühjahr auf dieses Stockwerk kamen, dieses Jahr ausbleiben. Veränderungen, die von der Statistik nicht erfasst werden, kommen meist in dieser Gestalt.
Von internationalen Organisationen und von der Bühne in Davos kamen nacheinander Warnungen zur Beschäftigungswirkung von KI, in Südkorea wurde ein entsprechender Gesetzentwurf eingebracht. Eine führende US-Tageszeitung hat ihren Sportteil eingestellt, und im Rechtsbereich ist die Hürde für den Berufseinstieg frisch Zugelassener deutlich gestiegen. Jeder Vorgang wirkt für sich genommen wie eine andere Geschichte, doch sie treffen sich an einem Punkt. Was in Organisationen am schnellsten schrumpft, sind die Aufgaben der Berufsanfänger.
Damit lässt sich der KI-Schock am Arbeitsmarkt durch eine Gesamtkennzahl wie "so und so viel Prozent aller Arbeitsplätze fallen weg" nicht erfassen. Die Politik sollte ihre Priorität eher darauf legen, die Wege in einen Beruf hinein neu zu gestalten, als die Beschäftigungssicherheit der vorhandenen Belegschaft gesetzlich festzuschreiben.
Der Grund ist einfach. Gut automatisieren lässt sich derzeit Arbeit mit engem Lösungsraum und hoher Wiederholung, etwa die erste Recherche nach Präzedenzfällen, das Zusammenstellen von Spielergebnissen, das Zusammenfassen von Sitzungsprotokollen oder das Schreiben von Basiscode. Genau diese Aufgaben waren zugleich das Training, in dem Berufsanfänger drei Jahre lang Routine und ein Gespür für die Arbeit aufbauten. Verschwindet der Übungsplatz, entstehen weder die mittleren Führungskräfte in fünf Jahren noch die Fachleute in zehn Jahren.

Der Einwand ist stark. Er lautet, verschwundene Zugänge seien immer durch neue ersetzt worden. Nachdem Schreibkräfte und Telefonistinnen verschwunden waren, entstanden Tätigkeiten, die es zuvor nicht gab, und der Arbeitsmarkt schuf jedes Mal neue Stufen. Auch der Hinweis trifft zu, dass Unternehmen bei einer gesetzlichen Bindung des Personalbestands die Einstellungen selbst zurückfahren und Berufsanfänger dadurch stärker verlieren.
Dass es diesmal anders ist, liegt dennoch an der Reihenfolge und am Tempo, in denen sich die Technik ausbreitet. Frühere Technik verbreitete sich überwiegend so, dass sie den unteren Bereich der Qualifikation erweiterte, die heutigen Werkzeuge dagegen nehmen zuerst die Einstiegsarbeit auf und arbeiten sich nach oben. Entstehen neue Tätigkeiten, öffnen sich aber auch diese in einer Form, die mindestens drei Jahre Berufserfahrung verlangt, dann steht denen, die zu arbeiten beginnen, keine Tür offen. Die Gesamtsumme der Ersetzung mag aufgehen, die Verteilung zwischen den Generationen stimmt nicht.
Nötig sind deshalb weniger Vorrichtungen gegen Entlassungen als Vorrichtungen, die den Zugang neu bauen. Etwa eine Kennzahl, die zählt, wie viele Berufsanfänger eingestellt wurden, ein Verfahren, das die Kosten teilt, wenn Unternehmen Nachwuchskräfte ausbilden, oder öffentliche Projekte, in denen sich statt Zertifikaten tatsächliche Arbeitsnachweise ansammeln. Wird der eingebrachte Gesetzentwurf allein mit Blick auf die Sicherung der Beschäftigungssumme ausgearbeitet, bleibt das Stockwerk, das sich gerade leert, so leer wie zuvor.
Zu beobachten sind die Formulierungen in den Stellenausschreibungen der zweiten Jahreshälfte. Wie viele Positionen mit "Berufserfahrung nicht erforderlich" ausgeschrieben sind, und ob es für diese Positionen tatsächlich eine anleitende Person gibt. Statt der großen Zahl des Einstellungsvolumens zeigen diese zwei Zeilen den Arbeitsmarkt der kommenden fünf Jahre genauer. Ob Organisationen das Recht von Berufsanfängern auf Fehler weiter im Budget belassen oder es an die Werkzeuge abgeben und streichen, entscheidet über das nächste Jahrzehnt der Menschen.
