
Am 2. November 2026 wurde bekannt, dass SK ecoplant ein System vorantreibt, bei dem auf einen Beschäftigten ein KI-Agent kommt. Als KI-Agent bezeichnet man Software, die eine vom Menschen übertragene Aufgabe in mehrere Schritte zerlegt und selbstständig erledigt. Die Agenten des Unternehmens arbeiten auf der Grundlage interner Geschäftsdaten, als Ziel nennt das Unternehmen die Automatisierung und Innovation der Arbeitsabläufe. Die Zahl der betroffenen Personen geht aus der Meldung nicht hervor.
Wird das Modell mit einem Agenten pro Person umgesetzt, übernimmt jeder Beschäftigte zusätzlich die Rolle eines Vorgesetzten, der Aufgaben zuweist und Ergebnisse prüft, und auch die Frage, wer für Fehler eines Agenten verantwortlich ist, wird zu einem Thema des persönlichen Arbeitsalltags.
Es gibt auch Versuche, den Bereich auszuweiten, den die Werkzeuge selbstständig bearbeiten. Der von DeepSeek veröffentlichte autonome „Super-KI-Agent" verfügt nach Angaben über eine Funktion, die Bugs, also Programmfehler, beim Auffinden selbst behebt. Wie weit diese Korrekturen tatsächlich reichen, lässt sich erst bei der Nutzung abschätzen. PwC Consulting brachte den „AI Agent Navigator" auf den Markt, der Unternehmen dabei hilft, die für sie passende KI zu prüfen.
Rob Adamson, Senior Vice President und Chief Information Officer (CIO) der medizinischen Einrichtung RWJBarnabas Health, legt einen anderen Maßstab an. Bei der Bewertung autonomer KI prüft er, ob sich die Arbeit des Werkzeugs rückgängig machen lässt. Auch gegenüber der von Anbietern beworbenen End-to-End-Automatisierung, also der Behauptung, ein Arbeitsablauf werde von Anfang bis Ende ohne menschliches Zutun erledigt, äußerte er Zweifel. Vor dem Kauf eines KI-Werkzeugs sieht er sich die Produkt-Roadmap von Epic an, also die Pläne des Unternehmens für künftige Produkte.
Die Kriterien eines einzelnen CIO wie Adamson lassen sich nicht als Branchenstandard werten, und eine medizinische Einrichtung und SK ecoplant unterscheiden sich schon in der Branche. Als Maßstab taugen sie trotzdem. Denn wenn die Zahl der Agenten mit der Zahl der Beschäftigten wächst, kann auch die Menge der rückgängig zu machenden Arbeiten entsprechend steigen. Ob das System von SK ecoplant eine solche Wiederherstellungsfunktion enthält, ist nicht bekannt.
Wer im Unternehmen einen Agenten zugewiesen bekommt, sollte in Anlehnung an Adamsons Test die IT-Verantwortlichen fragen: „Lässt sich diese Arbeit rückgängig machen". Auch wenn ein Agent die Arbeit übernimmt, bleibt den Beschäftigten, die Ergebnisse zu prüfen und fehlerhafte Arbeiten zurückzunehmen, und davon, ob es einen Weg zurück gibt, hängt ab, wie viel Zeit das kostet.
