
Vor der Nationalversammlung versammelten sich rund 20.000 Lehrkräfte. Bei der von Lehrerorganisationen angeführten Kundgebung forderten die Teilnehmenden, die pädagogische Arbeit zu schützen und eine an der Schulpraxis ausgerichtete Bildungspolitik zu entwickeln und umzusetzen. „Wir werden Lehrkräfte vor unberechtigten Strafanträgen und Strafanzeigen schützen“, sagte die Abgeordnete Seo Young-kyo von der Regierungspartei und versprach eine Änderung des Gesetzes über die Bestrafung von Kindesmisshandlung (아동학대처벌법).
Anlässlich der Kundgebung wurde der Fall einer Lehrkraft bekannt. Die Lehrkraft ermutigte einen Schüler, zur Schule zu kommen, und riet ihm am Wochenende per Messenger, es mit dem Lernen zu versuchen. Zurück kamen sechs Anzeigen wegen des Verdachts der Kindesmisshandlung. Zur Sprache kam auch ein Fall, in dem eine Kindesmisshandlung gemeldet wurde, weil eine Lehrkraft einen Schüler Müll aufsammeln ließ.
Die beteiligten Organisationen, darunter der Koreanische Lehrerverband (한국교원단체총연합회) und der Verband der Lehrergewerkschaften (교사노동조합연맹), setzten die sofortige Änderung des Kinderwohlfahrtsgesetzes (아동복지법) auf ihre Forderungsliste. Auch die Gewährleistung politischer Grundrechte für Lehrkräfte und die Ablehnung einer Verschlechterung der Bildungsfinanzierung waren enthalten. Gefordert wurde auch, bei jeder Änderung der Bildungspolitik zu prüfen, welche Auswirkungen sie auf die Schulen hat, und die Meinungen der Beteiligten im Bildungswesen, darunter Lehrkräfte und Eltern, in die Politik einfließen zu lassen.
Die Abgeordnete Seo Young-kyo sagte auch: „Wir werden Bedingungen für glückliche Schulen schaffen.“
Das Gesetz, dessen Änderung die Organisationen forderten, ist das Kinderwohlfahrtsgesetz, und das Gesetz, das Seo ansprach, ist das Gesetz über die Bestrafung von Kindesmisshandlung. Je nachdem, auf welche Gesetzesbestimmung sich die Anzeigen gegen Lehrkräfte stützen und ob beide Gesetze gemeinsam überarbeitet werden, unterscheidet sich der Umfang der Reformdebatte erheblich. Wenn die Beratungen im Parlament beginnen, muss zuerst dieser Unterschied geklärt werden.
Was die 20.000 mit einer Stimme riefen, war ‚Ausrichtung an der Schulpraxis‘. In einem Klassenzimmer, in dem die Ermutigung zum Schulbesuch als Anzeige zurückkommt, wägt eine Lehrkraft jedes Wort, das sie an ein Kind richtet, immer wieder ab.
Die Worte, die die sechsmal angezeigte Lehrkraft an den Schüler richtete, waren, zur Schule zu kommen und es mit dem Lernen zu versuchen. Da eine Abgeordnete der Regierungspartei eine Änderung des Gesetzes über die Bestrafung von Kindesmisshandlung versprochen hat, ist es nun Aufgabe der Nationalversammlung zu klären, wie das Gesetz geändert werden soll, damit solche pädagogische Arbeit nicht zu Anzeigen führt.
