
Meta-CEO Mark Zuckerberg hat am 2. dieses Monats bei einer internen Townhall eingeräumt, dass die Entwicklung von KI-Agenten nicht so schnell vorankommt, wie es das Unternehmen erwartet hatte. Er sagte, der Verlauf der Entwicklung habe sich zumindest in den vergangenen vier Monaten nicht in der erwarteten Weise beschleunigt. Ein KI-Agent ist eine Software, die ein Ziel entgegennimmt und die Arbeit selbst aufteilt und ausführt, ohne dass ein Mensch jeden Schritt vorgibt. Es ist zugleich die Technik, die am häufigsten als Kandidat dafür genannt wird, Bürotätigkeiten vollständig zu übernehmen.
In derselben Woche wurde im US-Bundesstaat Kalifornien ein "KI-Arbeitslosigkeits-Tracker" vorgestellt, der die Folgen von KI für die Arbeitsplätze direkt messen soll. Zur genauen Ausgestaltung ist bislang wenig veröffentlicht, sodass sich die Definition der Kennzahlen nicht nachvollziehen lässt. Dennoch ist schon die Tatsache, dass ein solches Instrument entstanden ist, ein Signal. Ein Versuch hat begonnen, die Angst nicht als vages Gefühl stehen zu lassen, sondern als Messwert zu behandeln.
Der Kontrast ist deutlich.
Meta steckt 2026 bis zu 145 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur, umgerechnet etwa 224 Billionen Won. Trotz dieser Summe sagte der CEO öffentlich, es laufe schlechter als gedacht. Zuckerberg sagte, die Umstrukturierung sei nicht so reibungslos verlaufen wie gewünscht und auch bei der Wahl des Zeitpunkts habe es Fehler gegeben, und er erklärte, die Investitionen in die neu zugeschnittene Organisation hätten keine Früchte getragen.
Er blickte auch darauf zurück, dass er optimistisch gewesen sei, Meta könne ein Produkt wie den Coding-Agenten von Anthropic bauen, der tatsächliche Verlauf aber anders ausfiel. Er sagte zudem, man habe Personal aus bestehenden Teams in die Organisation für angewandte KI geholt und die Entwicklung vorangetrieben.
Unterdessen bewegte sich das Empfinden der Jobsuchenden in Südkorea in die entgegengesetzte Richtung. In der Umfrage "Beschäftigungsaussichten für das zweite Halbjahr 2026", für die Jinhaksa Catch 1.025 Jobsuchende befragte, antworteten 71,0 Prozent, das zweite Halbjahr werde schwieriger als das erste. Als Grund für die sich verschärfende Lage am Arbeitsmarkt nannten mit 38,0 Prozent die meisten die allgemeine Konjunkturflaute, gefolgt vom verschärften Wettbewerb unter den Bewerbern mit 29,0 Prozent.
"Rückgang der Arbeitsplätze durch die Ausbreitung von KI" kam auf 23,0 Prozent. In derselben Umfrage vor einem Jahr lag dieser Punkt bei 8,0 Prozent. Der Wert ist auf fast das Dreifache gesprungen.
Auch eine bemerkenswerte Diskrepanz zeigt sich. Während die Sorge wuchs, KI verdränge Menschen, meldeten Berichte Ende vergangenen Monats, dass die Einstellung von Ingenieuren sogar zugenommen hat. Meinungsumfragen und tatsächliche Einstellungszahlen messen Verschiedenes und stoßen deshalb nicht unmittelbar aufeinander. Schon daran, dass beide Entwicklungen in dieselbe Zeit fallen, zeigt sich, wie grob der Satz "KI verringert Arbeitsplätze" ist.
Der Entwickler spricht von vier Monaten Verzug, und die Angst der Jobsuchenden um Arbeitsplätze durch KI ist binnen eines Jahres auf das Dreifache gestiegen.
Auch das Bild auf der internationalen Bühne liegt über dieser Lücke. Das im August vergangenen Jahres von den Vereinten Nationen eingerichtete unabhängige internationale wissenschaftliche Gremium für KI hat seinen ersten Bericht vorgelegt. Zugleich wurde die Größenordnung genannt, dass wöchentlich rund eine Milliarde Menschen KI nutzen.
Ko-Vorsitzende Maria Ressa wies darauf hin, dass allein die USA 75 Prozent der großen KI-Rechenzentren weltweit besitzen. Die Nutzung ist über den ganzen Globus verbreitet, während die Anlagen, die sie betreiben, auf einer Seite konzentriert sind.
Auch ein anderer Vorgang innerhalb von Meta hat mit dieser Debatte zu tun. Das Unternehmen installierte im April ohne Widerspruchsmöglichkeit ein Überwachungsprogramm auf den Rechnern seiner Beschäftigten in den USA, erlebte dann einen Vorfall, bei dem sensible Daten abflossen, und stellte den Betrieb im Juni ein. Bei einer Wiederaufnahme werde man auf ein Verfahren umstellen, bei dem das Programm nur mit Zustimmung der Beschäftigten aktiviert wird.
CTO Andrew Bosworth erklärte, die erhobenen Daten wie Mausbewegungen oder Tastatureingaben seien nicht für das Training von KI-Modellen verwendet worden. Das Programm zur Überwachung der Beschäftigten und die Entwicklung von KI-Agenten liefen zur selben Zeit in einem Unternehmen.
Zuckerberg sagte, er erwarte, dass die KI-Investitionen in den kommenden 3-6 Monaten eine deutlich größere Wirkung zu zeigen beginnen. Die von ihm genannte Frist reicht vom Ende dieses Jahres bis zum Anfang des kommenden Jahres. Bis dahin dürfte auch der Tracker in Kalifornien Beobachtungen aus mehreren Monaten gesammelt haben. Es kommt die erste Gelegenheit, die vom Entwickler versprochenen Ergebnisse und die gemessenen Beschäftigungskennzahlen auf derselben Zeitachse zu betrachten.
In der kommenden Woche findet im schweizerischen Genf eine internationale KI-Konferenz der Vereinten Nationen statt.
Die nützlichste Information für jemanden, der gerade seinen Lebenslauf überarbeitet, ist nicht die Prophezeiung, KI werde binnen einiger Jahre dieses oder jenes beseitigen. Es ist die Tatsache, dass gerade eine Stelle entsteht, an der sich quartalsweise nachsehen lässt, in welchem Beruf welche Aufgabe tatsächlich wie weit automatisiert wurde. In der Umfrage gaben 53,0 Prozent an, in einen Großkonzern zu wollen, doch bei den Unternehmen, bei denen sie sich im vergangenen Jahr tatsächlich beworben haben, lagen mittelgroße Unternehmen mit 61,0 Prozent über den Großkonzernen mit 58,0 Prozent.
Wunscharbeitgeber und tatsächliche Bewerbungsziele werden schon lange getrennt gehalten. Gebraucht werden Belege, mit denen diese Anpassung nicht nach Gefühl erfolgen muss.
