
Mit dem Beginn der Sommerferien fällt das Schulessen weg. Fast 40 Tage lang müssen Kinder in der Wohnung, aus der die Eltern zur Arbeit gegangen sind, ihre Mahlzeiten allein regeln. Das Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt teilte am 13. mit, es werde ab dem 27. Juli ein nur während der Ferien laufendes 'Lückenbetreuungsprogramm' durchführen, um diese Lücke zu schließen. Die Erste Vizeministerin Hyun Soo-yup (현수엽) erläuterte die Sofortmaßnahmen im Regierungskomplex Sejong in der Stadt Sejong.
Landesweit gibt es rund 5600 kommunale Einrichtungen der Nachmittagsbetreuung. Davon nehmen 2500 an dem Programm teil. 1500 öffnen von 9 Uhr bis 18 Uhr und geben einen Vormittagssnack, Mittagessen und Abendessen aus.
Die übrigen 1000 öffnen um 11.30 Uhr und schließen um 20 Uhr und geben Mittag- und Abendessen. Die Betreuungszeiten sind auf den Zeitplan von Eltern abgestimmt, die spät Feierabend haben.
Die Gebühr beträgt 2000 Won am Tag, innerhalb von höchstens 10.000 Won pro Woche legen die Zentren sie fest. Kinder aus Haushalten mit Grundsicherung (기초생활수급) und aus Haushalten der Stufe knapp darüber (차상위계층) zahlen nichts.
Auch Kinder, die während des Schuljahres kein Regionales Kinderzentrum (지역아동센터) oder Dahamkke-Betreuungszentrum (다함께돌봄센터) besucht haben, können nach vorheriger Anmeldung kommen. Bislang waren die Betreuungsangebote Sache der angemeldeten Kinder, und Kinder aus Haushalten mit zwei berufstätigen Eltern, die nur in den Ferien keinen Ort zum Hingehen haben, verbrachten den Sommer, ohne irgendwo auf einer Liste zu stehen. Dass das Programm nach dem Zeitraum der Ferien öffnet, zielt auf diesen blinden Fleck.
Der Betrieb läuft vom 27. Juli bis zur dritten Augustwoche. Geöffnet wird der Reihe nach, beginnend mit den Regionen und Zentren, die bereit sind. Das Ministerium geht davon aus, dass in jeden Ferien mehr als 200.000 Grundschulkinder und Eltern Hilfe erhalten, wenn die Zahl der teilnehmenden Einrichtungen auf 2500 steigt. Die Zahl liegt näher an einem Ziel als an einem feststehenden Ergebnis.
Vom Snack um 9 Uhr morgens bis zum Nachhauseweg um 20 Uhr, die elf Stunden des Tages füllen am Ende die Betreuungskräfte. Kochen und Essensausgabe, die Wege der Kinder und die Sicherheit liegen alle bei ihnen. Diese Arbeit ist körperliche Arbeit. Dass das Wohlfahrtszentrum für Arbeiterinnen der Stadt Goyang (고양시여성노동자복지센터) für Betreuungskräfte 21 Schulungen zu Muskel- und Skeletterkrankungen durchgeführt hat, sagt das.
Auch über die Einführung von Technik in der Betreuungspraxis wird Ähnliches gesagt. Sung Ji-eun (성지은), leitende Forscherin am Science and Technology Policy Institute (과학기술정책연구원), wies darauf hin, dass intuitive Geräte nötig seien, die Pflegekräfte und die betreuten älteren Menschen ohne gesonderte Einweisung bedienen können. Werkzeuge, die nicht in die Hände der Betreuenden passen, vermehren schließlich die Arbeit. Bei der Kinderbetreuung liegen die Dinge nicht wesentlich anders.
Das Ministerium erklärte, es werde auch in den Winterferien auf dieselbe Weise arbeiten und dies Jahr für Jahr fortführen. Es legte zugleich die Idee vor, das Programm an das Vorhaben 'Vorbildmodelle für Grundschulbetreuung und Bildung in den Ferien' des Bildungsministeriums anzuschließen und das Kooperationsnetz zwischen Schule und Gemeinde auszuweiten. Es soll keine Übergangslösung für eine Sommersaison bleiben.
Wie das Personal für die elf Stunden gewonnen wird und unter welchen Bedingungen es arbeiten soll, muss in den bis zum Start verbleibenden zwei Wochen für jede Region geklärt werden. Wird dieser Teil nicht gefüllt, legt sich die verlängerte Zeit auf die Schultern der Menschen, die jetzt da sind.
Anfragen zur Nutzung sind ab dem 27. Juli möglich. Man kann sich direkt an ein benanntes Zentrum wenden oder unter der landesweiten Beratungsnummer 1522-1318 nachfragen, und welche Zentren benannt sind, steht auf der Internetseite des National Center for the Rights of the Child (국가아동권리보장원). Zuständig für das Programm ist das Referat für Kinderschutz und Verselbstständigung des Ministeriums (044-202-3444). Anmeldungen werden vorab angenommen, es gibt also keinen Grund, auf den ersten Ferientag zu warten.
In diesem Sommer öffnet sich um die Mittagszeit die Tür eines kommunalen Betreuungsraums, und gut zwanzig Kinder ziehen die Schuhe aus. Auch der Tag der Person, die diese Tür öffnet, wird um ebenso viel länger. Nur eine Maßnahme, die den Sommer beider zugleich in den Blick nimmt, macht um diese Zeit im nächsten Jahr dieselbe Pressekonferenz überflüssig.
