
Das Azaleenfest am Buramsan im Seouler Bezirk Nowon findet vom 16. bis 26. April elf Tage lang rund um den Schmetterlingsgarten Buramsan statt. Wenn die Kirschblütenblätter am Gehweg festkleben und sich braun färben, steigt am Fuß des Berges eine andere Farbe auf. Man kann es so lesen, dass der Frühling in der Innenstadt nicht auf einmal endet, sondern ein zweites Kapitel aufschlägt.
Azaleen brechen nicht auf einmal auf wie Kirschblüten. Nachdem die Blätter ausgetrieben sind, breiten sich Rosa und Purpur darüber aus, und der ganze Hang wird dicht wie ein Tuch, das Farbe aufgesogen hat. Fasst man die Blütenblätter mit den Fingerspitzen an, sind sie dicker und glatter als Kirschblüten, und am Tag nach dem Regen mischen sie sich mit dem Geruch feuchter Erde und drängen bis an den Fuß des Berges hinab. Die Dauer von elf Tagen bemisst die Zeit, bis diese Farbe vom Höhepunkt aus zusammenfällt.
Während des Festes finden neben Spaziergängen durch die Azaleenbestände auch Erholungsprogramme, Mitmachprogramme und Aufführungen statt. Damit die Besucher nicht nur heraufkommen, die Blüten ansehen und wieder hinabgehen, ist Zeit vorgesehen, rund um den Schmetterlingsgarten zu bleiben und den Körper zu verlangsamen. Welches Angebot an welchem Tag angesetzt ist, wird vor der Eröffnung über den Bezirk Nowon bekannt gegeben.
Der Buramsan ist ein Berg im Wohnumfeld, den die Einwohner von Nowon morgens und abends hinauf- und hinabgehen. Der Granitgipfel und der darunter angelegte Schmetterlingsgarten sind auch ein Ort, der zeigt, wie städtisches Grün bislang gepflegt worden ist. Dass elf Tage lang Menschen zusammenkommen und dass die Bestände unversehrt bleiben, sind einander entgegenwirkende Kräfte, und so zieht das Fest jedes Jahr aufs Neue eine Linie dazwischen.
Deshalb ist einfach, woran sich die Besucher halten sollen. Die angelegten Wege nicht zu verlassen und keine Blütenzweige abzubrechen. Wird bei den Beständen die Erde um die Wurzeln herum niedergetreten und verdichtet, zeigt sich das im folgenden Jahr. Ob derselbe Hang auch nach dem Ende des Festes dieselbe Farbe hervorbringt, ist das eigentliche Zeugnis dieser Veranstaltung.
Auf dem Bergweg wechseln sich flache Abschnitte und Treppen ab, deshalb sind Schuhe mit fester Sohle besser. Mitte April fällt die Temperatur am Berghang niedriger aus als in der Stadt, und wenn die Sonne sinkt, sinkt auch das Empfinden weiter. Es empfiehlt sich, eine Jacke mitzunehmen.
Wer das Gedränge unter den Kirschblüten erlebt hat, erfährt in diesen elf Tagen eine andere Dichte. Beim Aufstieg geht der Atem schwer, und wer auf dem Grat steht, sieht die Innenstadt tief unter den Füßen liegen. Der Anblick des darüber ausgebreiteten Rosa bleibt dem, der hinaufgestiegen ist, länger als auf einem Foto.
Informationen zur Veranstaltung
Zeit: 16. (Do.) bis 26. (So.) April 2026
Ort: Umgebung des Schmetterlingsgartens Buramsan, Bezirk Nowon, Seoul
Veranstalter: Bezirk Nowon
