
Die Finanzdienstleistungskommission (금융위원회) überprüft die Finanzvorschriften insgesamt, die den Einsatz generativer KI bei den Geschäftsbanken behindern. Im Mittelpunkt dieser vom Beauftragten für digitale Finanzpolitik geleiteten Prüfung steht die Frage, das seit 13 Jahren geltende Prinzip der "physischen Netztrennung" in eine "logische Netztrennung" zu ändern. Bei der physischen Netztrennung werden Internetnetz und Arbeitsnetz auf gänzlich getrennten Leitungen verlegt, bei der logischen Netztrennung wird eine Leitung genutzt, Daten und Berechtigungen werden aber per Software getrennt. Die Prüfung ist nicht über interne Beratungen hinausgegangen, und ein Zeitpunkt für die Umsetzung steht ebenfalls nicht fest.
Die konkrete Gestalt dieser Veränderung liegt in der Praxis bereits vor. Die Bank of Korea (한국은행) hat am 21. des vergangenen Monats das mehrstufige Sicherheitssystem des Nationalen Nachrichtendienstes (국가정보원) angewendet und ihre Arbeitsdaten in die drei Stufen vertraulich, sensibel und öffentlich eingeteilt. Und nur für Daten der Stufe öffentlich hat sie die Nutzung von KI im internen Netz ermöglicht. Statt alle Daten gleichermaßen zu sperren, wurde das Prinzip auf eine nach Stufen unterschiedliche Behandlung umgestellt.
Jeder Datenbestand erhält ein Stufenetikett, die Zugriffsrechte werden nach Stufen aufgeteilt, der Kanal zum Aufruf externer KI-Dienste wird kontrolliert, und wer was getan hat, wird als Handlungsprotokoll vollständig aufgezeichnet. Während die ersten drei Vorkehrungen festlegen, "wie weit etwas erlaubt ist", sorgt die Protokollierung dafür, dass sich "später nachvollziehen lässt, was geschehen ist". Der Kern dieser Entwicklung liegt in dieser vollständigen Aufzeichnung der Handlungsprotokolle.
Warum die Banken auf diese Veränderung gewartet haben, zeigt sich am bisherigen Verfahren. Große Geschäftsbanken wie KB Kookmin, Shinhan, Hana und Woori haben wiederholt die Regulierungs-Sandbox, also die Ausweisung als innovativer Finanzdienst, beantragt, um Microsoft 365, ChatGPT und Slack im internen Netz nutzen zu können. Das heißt, Werkzeuge, die in gewöhnlichen Betrieben ohne besondere Genehmigung genutzt werden, durften Bankangestellte nur mit einer Ausnahmegenehmigung im Einzelfall nutzen. Ein Vertreter der Finanzdienstleistungskommission erklärte, man prüfe zugleich die Notwendigkeit, die bestehenden "Leitlinien für KI im Finanzwesen" zu überarbeiten und die Vorschriften zur Datennutzung zu lockern.
Dasselbe Prinzip zeigt sich auch in einem ganz anderen Bereich. Die EU will im Juni den Endentwurf eines Verhaltenskodex vorlegen, der die Kennzeichnung und Transparenz von durch KI erzeugten Inhalten behandelt. Wer den Kodex vorlegt und wie weit dessen Verbindlichkeit reicht, ist nicht festgelegt, der angepeilte Punkt ist jedoch klar. Statt die Nutzung von KI selbst zu verbieten, soll die Tatsache der Nutzung offengelegt werden.
Die freiwilligen Normen der Branche waren zu demselben Schluss schon früher gelangt. Netflix erkannte im August vergangenen Jahres in seinen Produktionsrichtlinien generative KI als Hilfsmittel des Schaffens an, verlangte von den Partnerproduktionsfirmen aber, keine Urheberrechte zu verletzen, dafür zu sorgen, dass eingegebene Daten nicht für das Training von Modellen wiederverwendet werden, und die Rechte der Kreativen zu achten. Eine Richtlinie, Spuren der Nutzung zu hinterlassen.
Im Inland trat am 22. des vergangenen Monats das "Rahmengesetz über die Entwicklung von KI und die Schaffung einer Vertrauensgrundlage" in Kraft. Im Gesetz ist eine Übergangsfrist zur Aufklärung vorgesehen, sodass Sanktionen vorerst nicht greifen. Die Einschätzungen, ob die koreanische Regulierung schwerer oder leichter ausfällt als in anderen Regionen, gehen weiter auseinander. Es gibt die Auslegung, dass sie sich in Richtung Lockerung bewegt, und die Auslegung, dass mit der vorgezogenen Inkraftsetzung des Rahmengesetzes eine Belastung auferlegt wurde.
Auch die Anbieterseite der Technik richtet sich nach diesen Bedingungen. Das KI-Lösungsunternehmen Slexon (슬렉슨) nimmt vom 4.-6. März an der AW 2026 im Coex in Seoul teil und stellt eine On-Premises-basierte KI-native F&E-Plattform vor. On-Premises bezeichnet die Art, das System auf firmeninternen Servern statt in einer externen Cloud zu betreiben. Die Zusammenstellung verbindet die LLM-Infrastruktur Puteron AI, das Coding-Werkzeug CodeCenter und das Werkzeug zur Verlaufsverwaltung Trace.Space und zielt auf betriebliche F&E-Bereiche, in denen die Einführung von KI wegen Sicherheits- und Netzbeschränkungen aufgeschoben wurde.
Auch die verbleibenden Aufgaben sind deutlich. Protokolle zu hinterlassen und diese Protokolle tatsächlich durchzusehen, sind zweierlei. Wer nach welchen Kriterien die Datenstufen vergibt und wer bei einer falschen Einstufung die Verantwortung trägt, steckt noch in der Entwurfsphase. Ob der private Finanzsektor das System des Nationalen Nachrichtendienstes unverändert übernehmen kann, ist ebenfalls eine zu klärende Frage.
Man stelle sich die Szene vor, in der ein Bankangestellter am Schalter Kreditunterlagen prüft und dabei die KI etwas fragt. Derzeit braucht es bis zu einer solchen Frage eine Ausnahmegenehmigung. Nachdem sich die Achse der Regulierung verschoben hat, kann er sofort fragen, dafür wird still aufgezeichnet, welche Datenstufe dieser Austausch berührt hat. Der Vorführstand im Coex im März und die Vorlage des EU-Kodex im Juni werden zwei Prüfpunkte sein, die zeigen, wie weit die Grammatik dieser Aufzeichnung abgestimmt ist.
